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»Ich habe eben bei Weill und auch bei Bach einfach so ein inneres Gefühl zu wissen, was zum Ausdruck gebracht werden muss, wie es sein muss, wie es zu klingen hat.« Johann Sebastian Bach und Kurt Weill genannt in einem Atemzug?
Die Sopranistin Katharine Hannah Weber fand in der Gesangsliteratur der Barockzeit ihr sängerisches Feld und widmet sich gleichzeitig der Liedliteratur des 20. Jahrhunderts. Die Verbindung zwischen beiden Epochen gelingt ihr durch die genaue Arbeit mit der Sprache und einem einzigartig vielseitigen Umgang mit ihrer Stimme. Seit ihrer Kindheit von der Ausdrucksstärke Brechtscher Texte fasziniert und durch ihre intellektuelle Nähe zum Wort ist Katharine Weber für eine herausragende Interpretation prädestiniert. Ihr drei Oktaven umspannender lyrischer Sopran ist von ätherischer Klarheit, dabei etwas dunkel timbriert und vor allem in der Mittellage außergewöhnlich kraftvoll und angenehm. Katharine Weber besticht mit technisch sauberer Stimmführung und Intonationssicherheit. Ob Chansons mit elfenhaftem Charme und sehnsüchtiger Tiefe, ob perlende Koloraturen einer Händelarie oder mit innerer Kraft vorgetragene Passionen Bachs, Katharine Webers Gesang steht für eine empfindsame Interpretation.
Mit ihrer geschmeidigen, eleganten Bühnenpräsenz ist sie darüber hinaus wie geschaffen für die Darbietung von Chansons, die von Diven wie Marlene Dietrich und Zarah Leander mit tiefen Stimmen in die Welt getragen wurden. Nach dem großen Vorbild Lotte Lenya im Sprechgesang geschult und mit den mannigfachen Möglichkeiten ihrer Bruststimme arbeitend intoniert Katharine Weber Kurt Weills »Seeräuberjenny« sängerisch überzeugend, gleichzeitig mit schauspielerischem Sinn für die Rolle und Intuition für den Ausdruck. Katharine Weber ist zudem eine hervorragende Interpretin französischer Liedliteratur.
Die gesangstechnischen Grundlagen hierfür erwarb Katharine Hannah Weber an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater. Bei der Bachpreisträgerin Prof. Heidi Rieß perfektionierte sie die gerade Stimmführung, die die besondere Ausdruckskraft barocker Arien ausmacht, und fundierte ihr Können in Meisterkursen u.a. bei Barbara Schlick (Barockgesang), Graham Johnson (Liedgesang) Julia Hamari (Oper, Oratorium und Lied). Ihre stimmliche Flexibilität und ihr ausgereiftes Gespür für die Charakteristika der jeweiligen Rolle bewies sie während ihres dreijährigen Engagements (2003 bis 2006) als Solistin am Theater Görlitz. Sie sang u.a. die Pamina in Mozarts »Zauberflöte«, die Gilda in Verdis »Rigoletto«, Gretel in Humperdincks »Hänsel und Gretel« und hinterließ mit ihrem glockenklaren, gehaltvollen Sopran und ihrer lieblich–weichen Ausstrahlung großen, vielfach besprochenen Eindruck.
Im Anschluss an ihr Engagement in Görlitz und parallel zu einer regen Tätigkeit als freischaffende Konzertsängerin begann Katharine Hannah Weber mit der Ausarbeitung von Liedern und Chansons der 20er und 30er Jahre, die sie im Mai dieses Jahres mit großem Erfolg anlässlich der Ausstellung »Glamour! Das Girl wird feine Dame – Frauendarstellungen in der späten Weimarer Republik« im Georg–Kolbe–Museum Berlin aufführte. Songs wie »Nannas Lied«, »Benjamin, ich hab nichts anzuziehen« oder »Nur nicht aus Liebe weinen« bilden das vertraute Repertoire des Programms, von Katharine Weber jedoch mit neuem Glanz, großartiger Stimme und dem Charme der Gegenwart vorgetragen. Unter dem Titel »Lieder der Diven« startet sie mit diesem Programm in Kürze eine Serie von Auftritten in Berlin und Brandenburg.
Anfragen zu unserer Sopranistin Katharine Hannah Weber und ihrem Programm »Lieder der Diven« nehmen wir gern entgegen.
© Konzertdirektion Berlin, Meike Mieke 2008, 2009
Lyrischer Sopran
Internetseite: Katharine H. Weber